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Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung

Humboldt-Universität zu Berlin | Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung | 1. Solidarisierung in Europa: Migrant_innen und Osteuropäer_innen und deren Engagement für Geflüchtete

Solidarisierung in Europa: Migrant_innen und Osteuropäer_innen und deren Engagement für Geflüchtete

Der Begriff der Solidarität in seiner affektiven Dimension (Mitgefühl mit anderen Personen) und seiner praktischen Dimension (Handlungsbereitschaft) impliziert immer eine Grenzziehung: Wem gegenüber fühlen und verhalten wir uns solidarisch – und wem nicht? Das Projekt „Solidarisierung in Europa“ interessiert sich für die Grenzziehungsprozesse in Europa während des Sommers der Migration und seitdem.

Dabei unterscheiden wir drei mögliche Perspektiven auf Solidarität. Ein erstes klassisches Verständnis von Solidarität basiert auf nationalstaatlicher Grenzziehung und einer imaginierten ethnokulturellen Gemeinschaft. Für das Verständnis heutiger Solidarisierungsprozesse innerhalb Europas erscheint ein solcher Ansatz unzureichend. Weiter kann Solidarität als In- und Exklusion entlang von Kultur, Religion oder Herkunft definiert werden. Im Sinne einer europäischen Gemeinschaft kann diese Form der Solidarität über nationalstaatliche Grenzen hinausreichen. Die kosmopolitische Solidarität hingegen bedeutet ein Eintreten für die Belange Anderer – unabhängig deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Gemeinschaft.

Vorhaben

Das Projekt untersucht exemplarisch Einstellungen von polnischen Migrant_innen in Deutschland gegenüber Geflüchteten, sowie den Grad ihres freiwilligen Engagements für Geflüchtete. Diese Gruppe ist deswegen so interessant, weil sie zwei konträren Diskursen ausgesetzt ist, die in deutschen und polnischen Medien präsent sind. Beispielhaft soll hieran diskutiert werden, wie sich Solidarität in Europa von der nationalen auf transnationale Ebenen verschiebt und verändert.

Methode

Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage mit 2500 Teilnehmer_innen, die in Polen geboren wurden und in Deutschland leben. Einladungen zu der Umfrage wurden durch einen externen Anbieter auf polnisch-sprachigen Webseiten platziert, die von deutschen IP-Adressen besucht werden.

Teilnehmer_innen wurden zu ihren politischen Einstellungen und zu ihrem freiwilligen Engagement für Geflüchtete befragt. Fall-Vignetten, in denen Fluchtursache, Herkunft und Religion von Geflüchteten variieren, dienen der Erfassung der Kategorien, entlang derer sich die Befragten solidarisch zeigen (affektiv und handlungsorientiert).

 

Hier finden Sie ein Interview mit der Projektleiterin Prof. Dr. Magdalena Nowicka