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Humboldt-Universität zu Berlin - Deutsch

Humboldt-Universität zu Berlin | Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung | 6. Flüchtlingsarbeit von Sportvereinen – auch für Mädchen und Frauen?

Flüchtlingsarbeit von Sportvereinen – auch für Mädchen und Frauen? Konzepte, Maßnahmen und Perspektiven interkultureller Öffnung von Sportvereinen

Ob und wie Sportvereine durch eine interkulturelle Öffnung einen wesentlichen Beitrag zur Integration leisten können, wird in der Sportsoziologie bereits seit mehreren Jahren kontrovers diskutiert.

Im Rahmen des vorliegenden Projekts wird erforscht, wie Sportvereine selbst den Begriff der Interkulturalität definieren, welche Rolle interkulturelle Öffnung in ihrem Selbstverständnis als Verein spielt und welche Maßnahmen, Angebote und Motive damit verbunden werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage nach den Gelingungsbedingungen einer Teilhabe und Teilnahme von Mädchen und Frauen mit Fluchthintergrund im Sportverein.

Ablauf des Projekts

In Hintergrundgesprächen mit Expert_innen aus Landessportbünden und Sportfachverbänden wurden unter anderem Wissensbedarfe zentraler Stakeholder exploriert, um diese in die Erhebung einbeziehen zu können.

Anschließend wurden 17 Sportvereine aus Berlin und Sachsen interviewt, wobei sowohl mit Vorstandsmitgliedern als auch mit Übungsleiter_innen gesprochen wurde. In ihrer Gesamtheit können diese Vereine als durchaus heterogen charakterisiert werden. Im Sample finden sich unter anderem Vereine, die sich mit ihren Angeboten speziell an Mädchen und Frauen richten. Die Vereinsgrößen variieren, die bisherigen Erfahrungen der Vereine in der sportbezogenen Integrationsarbeit sind unterschiedlich und auch die Sportartenpalette ist breit: Neben sieben Fußballvereinen wurden z.B. auch Tischtennis-, Cricket- und Kampfsportvereine befragt.

In den halbstrukturierten Gesprächen wurde durch eine Exploration der (a) wichtigsten Meilensteine in der Vereinsgeschichte erkundet, welcher Stellenwert den Themen und Handlungsfeldern der Integration und der Flüchtlingsarbeit innerhalb der Vereine zugewiesen wird. Die Interviewpartner_innen wurden (b) gebeten zu beschreiben, welche Strategien der Verein verfolgt, um Geflüchtete – und zwar insbesondere Mädchen und Frauen – zu adressieren und in die Vereinsgemeinschaft einzubinden. Sie berichteten (c) über das Alltagsleben der Vereine: über Interaktionen im Trainingsbetrieb, über Denkhaltungen und Vorstellungen der Vereinsmitglieder, über Fragen der Ehrenamtlichkeit und über Herausforderungen der Vereinsarbeit.

Die Ergebnisse der Interviews werden sowohl in einem Abschlussbericht veröffentlicht, als auch an die beteiligten Vereine in Form eines Workshops zurückgetragen und in diesem Rahmen diskutiert – und zwar auch um auf dieser Grundlage gemeinsam über mögliche Handlungsempfehlungen zu reflektieren.

 

Hören Sie hier ein Gespräch mit Projektleiterin Prof. Dr. Tina Nobis und Projektmitarbeiter Christoph Barth