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Humboldt-Universität zu Berlin - Deutsch

Solidarität im Wandel?

Die gesellschaftlichen Veränderungen, die auch durch die zunehmenden Fluchtbewegungen nach Europa ausgelöst wurden, sind vielschichtig und nicht allein in Zahlen zu erfassen. Durch eine entsprechend vielfältige und breit gefächerte Forschung reagiert das Fluchtcluster auf den Bedarf zivilgesellschaftlicher und politischer Akteure nach Daten, Einordnungen und Analysen dieser komplexen Veränderungen.
Dabei steht der Wunsch nach Analysen im Vordergrund, die hinter den „Krisendiskurs” blicken, der die Situation auf einen Notstand reduziert und das Ankommen der Geflüchteten als Krise definiert.

Vielfältige wissenschaftliche Perspektiven

Es geht somit um das Einfangen eines komplexen Moments in der postmigrantischen Gesellschaft: Wie genau verändern sich Institutionen, Diskurse, Narrative, Einstellungen nach dem „Sommer der Migration“ in Deutschland und Europa? Wie gestaltet sich zum Beispiel die viel genannte Willkommenskultur - wer engagiert sich, für wen, unter welchen Bedingungen? Und wie ist auf der anderen Seite der Umschwung zur Ablehnungskultur zu verstehen: Welche Prozesse der Entsolidarisierung beobachten wir, und in welchem Zusammenhang stehen sie zu einem breiteren, rassistischen Diskurs in Deutschland?

Diese Fragen werden interdisziplinär und - je nach Fragestellung - quantitativ, qualitativ oder multimethodal bearbeitet: Das Fluchtcluster besteht aus 14 Teilprojekten, in denen wissenschaftliche Mitarbeiter_innen aus den Sozial-, Kultur- und Politikwissenschaften, aus der Soziologie, Sportsoziologie, Psychologie und Europäischen Ethnologie zusammenarbeiten.

Praxisnahe Begleitforschung

Dass das Gesamtprojekt als ein „Forschungs-Interventions-Cluster“ angelegt ist, deutet schon darauf hin, dass die praktisch relevanten Forschungsfragen gemeinsam mit den Akteur_innen vor Ort bearbeitet werden. Zusammen mit diesen im Forschungsprozess gewonnenen Netzwerk- und Kooperationspartner_innen entstehen neben den konkreten Forschungsergebnissen in jedem der Teilprojekte Handlungsempfehlungen für Politik und Zivilgesellschaft.  Wir erhoffen uns, dass die erarbeiteten Ergebnisse damit direkt in die Praxis einfließen können, dass also der tatsächliche Handlungsbedarf, der durch die Begleitforschung auf verschiedenen Ebenen klar geworden ist, auch als solcher wahrgenommen wird.
Dabei geht es beispielsweise um Handlungsempfehlungen für eine Flüchtlingsarbeit, die die besonderen Erfahrungen geflüchteter Frauen berücksichtigt, oder um Wege des Umgangs mit einem Rassismus, der sich unter dem Druck der Globalisierung stark verändert hat. Wir erarbeiten also empirisch fundierte Konzepte, auf die sowohl die Politik, als auch Medien und Zivilgesellschaft zurückgreifen können.