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Abb.: M. Zalewski

Berliner Institut für Islamische Theologie (old)

Humboldt-Universität zu Berlin | Berliner Institut für Islamische Theologie (old) | Forschungsgruppen | NWG "Perspektiven religiöser Vielfalt in der islamischen Theologie"

NWG "Perspektiven religiöser Vielfalt in der islamischen Theologie"

Foto: Claudia Seise; Künstler: Askanadi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wissenschaftler*innen der NWG bearbeiten den Themenkomplex „Perspektiven religiöser Vielfalt in der islamischen Theologie“. Die NWG setzt sich zusammen aus zwei PostDoktorand*innen und zwei Doktorand*innen, die mit ihren individuellen Forschungsthemen den inner-islamischen Pluralismus präsentieren. Sowohl thematisch, theoretisch als auch methodologisch werden die Forscher*innen einen Beitrag zu der Islamischen Theologie in Deutschland leisten.

Aktuelles:

Am 4. März 2022 verteidigte Fatemeh Taheri erfolgreich ihre Dissertation "Deutsch als Predigtsprache des Islam - Eine semantische und pragmatische Studie" an der TU Berlin. Gegenstand dieser empirischen Studie sind die gegenwärtigen islamischen Predigten in deutscher Sprache. Diese mündliche (meist bilinguale) Sprachproduktion entwickelt sich im Kommunikationskontext dieser religiösen Praxis. Die Verbalisierung von islamrelevanten Predigtinhalten auf Deutsch fordert die Sprechende sowie aber auch Zuhörende derart heraus, dass stets gewisse Teile der Predigten zu einer linguistischen Überlegung, Äquivalenzfindung, -bildung und -hinterfragung werden. Letztendlich weist sich das Deutsche hier als eine Art "islamreligiöse (Fach)Sprache" auf - auch wenn mit eigenspezifischen Merkmalen. 

Neuerscheinungen:

Claudia Seise: "Reflecting on Religion in a Plural Society: Artistic Perspectives from Indonesia", In:  International Institute of Asian Studies, Newsletter no. 91 (Spring 2022)

Eyad Abuali: "'I tasted sweetness, and I tasted affliction': pleasure, pain, and body in medieval Sufi food practices", The Senses and Society 17:1, (2022), 52-67. Open access

Eröffnung der Virtuellen Ausstellung: Religion in einer pluralen Gesellschaft: Indonesische Perspektiven am 28. Oktober 2021, 15-17.30 Uhr

 

Abb.: Agung-Moschee in Kota Gede, Yogyakarta (Java/ Indonesien) Foto: Claudia Seise

Dr. Claudia Seise beschäftigt sich mit dem Forschungsfeld des Islam in Südostasien und speziell in Indonesien. Islamische Konzepte und muslimische Praxis stehen hierbei im Vordergrund. Die primäre Zielsetzung ihres Forschungsprojektes ist es, zu einem Verständnis zu gelangen, wie muslimische Praktiken, Konzepte und Werte des Islam in Indonesien zu den verschiedenen Diskursen der Islamischen Theologie in Deutschland beitragen und diese bereichern können. Damit ist dieses Forschungsprojekt an der Schnittstelle von islamischer Theologie, Südostasienstudien, Ethnologie und Islamwissenschaften angesiedelt.

 

Dr. Eyad Abuali führt ein Forschungsprojekt zur Theorie und Geschichte von Emotionen durch. Dabei liegt sein Fokus speziell auf den intellektuellen, kulturellen und gesellschaftlichen Realitäten des mittelalterlichen Sufismus, sowie schiitischer Mystik aus den Regionen Zentralasien und dem Nahen Osten. Abuali untersucht, wie Emotionen in Träumen, Visionen, Musik und Meditation ausgedrückt, empfunden und transportiert werden.

 

Fatemeh Taheri forscht zu deutschsprachigen schiitischen Predigten und analysiert deren Inhalte innerhalb dieser Kommunikationssituation. Aktuell spielt der empirische Bezug zu der Sprachausbildung des religiösen Personals in islamischen Gemeinden in Deutschland die Hauptrolle in ihrer Forschung. Sie arbeitet mit der semantisch-pragmatischen Sprachanalyse und wendet diese auf die zeitgenössische Ausformung einer mehr als tausendjährigen alten Predigttradition an.

 

Abbas Ramadan analysiert das Asmāʾ-u l-Ḥusnā (Die schönsten Namen Gottes) Verständnis von Badīʿu az-zamān Saʿīd an-Nūrsī. Der Forscher untersucht in an-Nūrsīs letzter, historisch umfassendster Abhandlung, die Gottesnamen und wie diese im Gesamtwerk thematisiert werden. Bei der Analyse werden theoretische-theologische und philosophische Ansätze berücksichtigt.

 

Die Forschungsthemen der NWG zeichnen sich durch ihre Vielfalt und gleichzeitig durch gemeinsame Schnittpunkte aus. Verkörperung, Emotionen und Religionsverständnis sind nur einige wichtige Schnittpunkte, die aus einer islamisch-theologischen Perspektive besprochen und innerhalb der muslimischen Tradition und der muslimischen Weltanschauung kontextualisiert werden. Weiterhin werden die Wissenschaftler*innen der NWG einen intensiven Austausch mit benachbarten Fächern pflegen. Das Hineinwirken in die deutsche Gesellschaft ist ein weiterer wichtiger Punkt, der die Forscher*innen der NWG verbindet.